Historische Daten

Typ: 4 Geschützstellungen als landwirtschaftliche Scheunen getarnt. Die Bunker sind untereinander mit 160 m Verbindungsstollen verbunden. Sie waren bis in die neunziger Jahre im Verteidigungsdispositiv des Festungssektors „Thunersee“ integriert.
Auftrag: Mit den anderen Werken, Zugänge von Norden her gegen das BEO und Simmental sperren (Mit Infanterie und mobiler Artillerie gegnerischen Vorstoss gegen den Lötschberg und Interlaken verhindern)
Besatzung: 1943 bis 1961 > Fest Art Kp 76 > Fest Abt 15 (3. Div) - 1963 bis 1993 > Fest Kp III/15 > Fest Rgt 21 (Reduit Br 21)
Bewaffnung: Vier 10,5 cm Kanonen auf Hebellafette

Bau und Nachrüstungsdaten

24.03.1941 - Mit dem Verteidigungsbefehl des Abschnittes Thunersee ist auch der Baubefehl des Artilleriewerkes Faulensee erteilt worden. (Baukostenvoranschlag Fr. 1'000'000.-)
- Planung: Baubüro des 1. Armeekorps in Thun.
09.06.1941 - Vertrag betr. der Erd-Maurer-und Eisenbetonarbeiten & (Baukonsortium Faulensee: J. Ghilmetti’s Söhne, Bern & H. Tschaggeny; Thun)
- Bauleiter: Oblt H. Bühler Arbeitsbeginn sofort nach Vertragabschluss!
Gemäss Vertrag, Termine für die folgenden Arbeiten: - Stand 1 fertig betoniert am 15.08.41 - Stand 2 und Laufgraben 1-2 am 31.08.41 - Stand 3 und Laufgraben 2-3 am 15.09.41 - Stand 4 und Laufgraben 3-4 am 15.11.41 - Fertigstellen der Umgebungsarbeiten am 15.12.41
Konventionalstrafe für Ueberschreitung der Zwischentermine oder des Schlusstermines Fr. 1'000.- pro Woche.
01.12.1941 Verträge betr. Zimmermannarbeiten / Tarnung (Firma: Liggenstorfer & Co.; Thun / Firma Luginbühl & Cie; Krattigen)
09.04.1942 Vertrag betr. Elektr. Installation (Firma R. Heiniger; Thun)
17.06.1942 Vertrag betr. Ventilation (Firma A. Baumann; Thun)
03.10.1942 Vertrag betr. Telefon-Installation (Firma R. Heiniger; Thun)
10.10.1942 Übernahmeprotokoll betr. Gasschutz-und Ventilationsanlage Montage des Hülsenabsaugapparates und des Ventilators.
08.06.1943 Anmeldung von Baubüro 1. AK: die Werke sind ausgerüstet und zur Uebergabe bereit!
24.08.51 Umbau des Maschinenraumes
09.09.1960 Umbau Stallung Stand 4 zwecks Benützung als Lagerraum (KM) inkl. Erstellung eines neuen Frischluftansaugers.
1960-1970 Nachrüstungen: -Schiesselementrechner sowie Korrekturrechner -Messgerät für Geschossgeschwindigkeit (Vo 65)
1978 Neue HF-Installationen Stand 4 im UG
Ab 1987 Nur noch für Werkschutz Sdt Ausbildung benützt (Artilleristen übten mit mob Art (10,5 cm Hb) und trainierten den Ein und Ausbau der Geschütze.
1993 Letzte WK der Fest Kp III/15 ( Kdt: Hptm Heinz Nüssle)
07.12.1993 Aufhebungsverfügung per 31.12.93 (Fall der Berliner Mauer 1989, Zerfall des Ostblockes, Armee 95)
Jan 1994 Fertig Montage der Auspuffanlage!!!

 

1940  
17.07.: General Guisan erliess den Operationsbefehl Nr. 12 (Réduit Strategie): Das Réduit wird schrittweise bezogen. - Durch diesen Befehl erhielt der Kdt des 3. AK die Verantwortung im Abschnitt Pilatus –Hohgang – Zulg / Thun – Stockhorn – Kaiseregg (exkl).
24.07.: Auf Grund des Einsatzbefehls des Kdt des 3. AK übernimmt die verstärkte 3. Div den Abschnitt als „Kampfgruppe Thunersee“. Ihr Auftrag lautet: - Zugänge von Norden her gegen das Berner Oberland und Simmental sperren. - gegnerischen Vorstoss gegen den Lötschberg und Interlaken verhindern.

 

1941

 
24.03.: Der Kdt Feld Div 3 erhielt folgenden Befehl: Die 3. Div hält als „Kampfgruppe Thunersee“ eine Stellung auf der Linie Hohgang (exkl.) – Sieben Hengste – Burst – Sigriswilergrat – untere Kander – Brodhüsi – Stockhornkette bis Kaiseregg (exkl.) und verteidigt sich hier bis zum Aeussersten.
14.05.: General Guisan erliess den Operationsbefehl Nr. 13: Verschiebung der bisher noch in den vorgeschobenen Stellungen verbliebenen Divisionen ins Reduit. - Die Geländeverstärkungen sowie der Stellungsbau wurde intensiviert (Zahlreiche Geschützstände stammen aus dieser Periode) - Die 3. Div wird unter Führung des Kdt des 1. AK eingesetzt.
  Die Infanterie- und Artilleriewerke wurden nach dem Entscheid zum Bezug des Réduits gebaut, um dessen Eingänge zu verstärken und den im Raum eingesetzten Infanterieverbänden die notwendige Artillerieunterstützung zu liefern.
  Die Artilleriewerke am Thunersee, teils als Felskavernen für mobile Geschütze gebaut (z.B. Burgfluh), wurden schrittweise in Betrieb genommen.
  Das Anschiessen der Festungsgeschütze durch die Abteilung für Schiessversuche erfolgte zwischen März 1942 und Februar 1944.

 

 

Wichtige Armeestellungen der Schweizer Armee während der zweiten Weltkrieges 1939-1945

01./02.09.39 : Die Armee bezog nach der Mobilmachung eine Bereitschaftsaufstellung im Mittelland. In dieser Ausgangsaufstellung waren die Heereseinheiten so gruppiert dass sie bei einem Überfall sofort nach allen Richtungen hätten Front machen können.

04.10.39 / Op. Bf. Nr. 2: Die Armee besetzt und hält eine Stellung vom Becken von Sargans über Wallensee – Linth – Zürichsee – Limmat – Bözberg – Hauenstein bis zum Gempenplateau. In der „Limmatstellung“ sollte ein Angriff aus Norden aufgehalten werden.

Ab dem 25.06.40 war die Schweiz auf allen Seiten von faschistischen Achsenmächten eingeschlossen. Das im Vorsommer 1940 behelfsmässig bezogene, weitgespannte „Mittellandreduit“ konnte auf die Dauer nicht gehalten werden!

Am 10.07.40 entschloss sich General Guisan für einen neuen Einsatz der Armee. Die Schweiz war in die Tiefe gestaffelt zu verteidigen: - in der Grenzzone - in einer vorgeschobenen Stellung - im Reduit

Op. Bf. Nr.11 / 12.07.40: Verschiebung von 4 Div in die Voralpen angeordnet.

Op. Bf. Nr.12 / 17.07.40: Besetzung der Stellungen des Zentralraumes „ Sargans – Linth-Kanal – Schindellegi – Zugerberg – Rigi – Pilatus – HOHGANT – ZULG – STOCKHORN (3. Div) – Chillon”. Verlegung von 4 Div (1; 3; 7; 8) in die Voralpen und 1 Div (9) in der Südfront der Reduit.

Am 25.07.40 verkündete General Guisan, auf der Rütliwiese, den über 500 vereinigten Kommandanten der Heereseinheiten und Truppenkörper seine Parole des Absoluten Widerstandes in den neuen Kampfräumen.

Op. Bf. Nr.13 / 24.05.1941: Ordnete die Rücknahme der Verbleibenden 4 Div (2; 4; 5; 6) ins Reduit an.